Handschuh zur Übersetzung von Gebärdensprache

Der Übersetzungshandschuh

Bei Übersetzungen wird für gewöhnlich an Übersetzungen von einer Sprache in die andere gedacht. Dabei werden Übersetzungsfelder wie das Gebärdendolmetschen außer Acht gelassen. Doch auch für diese Felder gibt es große Fortschritte in Sachen Kommunikation.

Audio für Gebärdensprache

Studenten der Universität zu Monterrey des Fachgebietes Mechatronik haben einen “Übersetzungshandschuh” entwickelt, welcher Gebärdensprache in Audio wiedergibt. Dabei handelt es sich um ein Unterrichtsprojekt des 9. Semesters dieses ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs.

Der Handschuh hat großen Anklang gefunden, da dieses Projekt die Inklusion von Gehörlosen im Alltag fördern kann. Nun arbeiten die Studenten an weiterführenden Funktionen dieses Handschuhs, welcher das ABC der Gebärdensprache übersetzt. Diese Funktionen werden mit Hilfe von Menschen mit auditiven Problemen und Sprachproblemen getestet und weiterentwickelt.

Vorstellung auf Technik-Messe in Jalisco

Der Übersetzungshandschuh wurde auf der mexikanischen Technik-Messe in Jalisco vorgestellt. Auf der Messe zeigten sich mehrere Personen an der Weiterentwicklung und Finanzierung des Apparates interessiert. So kommt es, dass das Unterrichtsprojekt plötzlich einen professionellen Charakter angenommen hat.

Vorläufer aus Uruguay

Auch in Uruguay arbeiteten Studenten bereits 2012 an einem ähnlichen Projekt. Hier arbeitet der Handschuh allerdings vor- und rückwärts: der Handschuh übersetzt das Gebärden-ABC in Audiosprache und gleichzeitig kann ein Sprecher über ein Mikrofon seine Worte per Video in das Gebärden-ABC übersetzen.

Das Projekt der Informatikstudenten geht aber noch weiter: Nicht nur die Handsprache soll übersetzt werden, sondern auch die Mimik des Sprechers – Mimik spielt beim Gebärdendolmetschen eine große Rolle. Durch die Interpretation der Mimik des Sprechers soll die Übersetzung zuverlässiger gestaltet werden.

Technologie für Gehörlose

Auch in Österreich gibt es Projekte, die nach einer Verbesserung der Kommunikation von Gehörlosen suchen. So haben die Unternehmen SignTime und IBM Österreich einen Avatar entwickelt, der bei öffentlich-rechtlichen Produktionen, bei standarisierten Texten und bei Beipackzetteln zum Einsatz kommen soll. So sollen Beipackzettel mit Strichcodes ausgestattet werden, welche per App den Zugriff auf ein Video mit dem Avatar gestatten. Kein kompletter Ersatz für einen Gebärdendolmetscher, aber ein wichtiger Schritt im Abbau von Kommunikationsbarrieren.